Einführung
Die Sammlung Lafrenz
konzentriert sich auf Positionen der Minimal und
Concept Art, Post Painterly Abstraction, Land Art und Arte Povera.
Begründet in den 1970er Jahren von Dr. Klaus und Rosemarie Lafrenz,
stand sie mit ihren Arbeiten Pate bei der Gründung
des Neuen Museums Weserburg Bremen, das als Prototyp des Sammlermuseums
gilt. Parallel ist ein Teil der Sammlung Lafrenz stets als Leihgabe
in der Kunsthalle Hamburg sowie in verschiedenen nationalen und internationalen
Ausstellungskontexten gezeigt worden.
Als Ältester
der vier Kinder hat Björn Lafrenz
nach dem frühen Tod des Vaters die kuratorische Fortführung
und Präsentation der Sammlung als privates Engagement übernommen.
So verfolgt er unter anderem die Ursprungsidee weiter, nicht primär
Werkgruppen, sondern Einzelwerke verschiedener Künstler, von den
1960er Jahren - wie beispielsweise Judd, Ryman,
Serra, LeWitt, Marden, Mangold, Novros - bis heute, in
neue Dialogsituationen zu bringen. Von der Architektur kommend
gilt sein besonderes Interesse auch den räumlichen
Wechselwirkungen. Zu den vor allem amerikanischen Klassikern
- aber auch deutschen Positionen wie Albers, Erben,
Palermo oder Ruthenbek - sind inzwischen aktuelle Positionen
hinzugekommen, von denen hier Johannes Esper,
Frank Gerritz, oder Liam Gillick zu sehen sind.
Für unsere
Ausstellung Private/Corporate V hat Björn Lafrenz aus
dem Spektrum der elterlichen Sammlung die klassischen amerikanischen
Protagonisten der Minimal Art ins Zentrum gerückt -
Judd, LeWitt, Marden, Novros, Ryman, McCracken - und diese mit
Positionen wie Palermo, Gerritz und Esper
ebenso streng wie systematisch und homogen vertieft.
Vor dieser Folie
gewinnt der Ansatz der Daimler Kunst Sammlung um so deutlicher Kontur,
wie er sich in der Auswahl für Private/Corporate V
spiegelt:
Die Minimal Art von hartnäckigen Randpositionen her neu in den
Blick zu nehmen - Posenenske und Schene
stehen hierfür, aber selbst Darboven
und Walther sind in monographischen Darstellungen
zur Minimal Art nur bedingt wahrgenommen worden
- und den Minimalismus aus der Haltung der Dekonstruktion, der Brechungen
und Verunreinigungen her - Jonathan
Monk, Tom Sachs, Katja Strunz - auf seine Substanz und Tragfähigkeit
zu prüfen.